Sieben Fragen an Dietrich von Bonin

Was hat Dich zur Sprachtherapie/Sprachgestaltung geführt?
Ich hatte nach der Schule eine untrügliche Abneigung gegen ein herkömmliches Studium; vielmehr wollte ich künstlerische Fähigkeiten entwickeln. Dies führte mich durch mein Interesse an Regie und Drama zur Sprachgestaltungs- und Schauspielausbildung. Gleich danach bekam ich die Gelegenheit, in einem Therapeutikum zu arbeiten. Mein Interesse an Therapie war geweckt und ich bekam Gelegenheit, bei verschiedenen Pionieren der Therapeutischen Sprachgestaltung zu lernen und diese später mit anderen zu einem Beruf zu entwickeln.

Kannst Du von dem Beruf leben?
Ich hatte das Glück, nach einer Startphase fast immer genügend Patienten für 2 Tage Arbeit
(ca. 20) zu haben und dazu während 15 Jahren eine 30–40%-Stelle an einer heilpädagogischen Schule. Später kamen die Therapieausbildung und 16 Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bern mit einem kleinen Pensum hinzu. Nach einer Kinderpause arbeitete auch meine frühere Frau teilzeitig. So konnte ich, dank meiner angeborenen Flexibilität, bis heute vom Beruf leben.

An welcher Forschungsfrage bist Du gerade dran?
Wir sind dabei, eine kontrollierte Studie mit 49 Patienten zu Wirkungen der Therapeutischen Sprachgestaltung auf Asthma bronchiale unter Alltagsbedingungen zu publizieren.

Wann kommt das nächste Buch raus?
Sobald wir genügend Geld für die Druckkosten zusammen haben und nach noch etwas Zeit für die letzte Phase, wird das 3-bändige Werk zur Menschenkunde der Sprache bei Rudolf Steiner erscheinen. Die umfangreichen Vorarbeiten und Textanalysen machte Jana Würker, während Dr. med. Michaela Glöckler und ich für die Kommentare und die Herausgabe verantwortlich sind.

Was machst Du, wenn Du Dich nicht mit Sprache beschäftigst?
Meine Zugänge zur Sprache sind per se ungeheuer abwechslungsreich. Von künstlerischer Arbeit und Therapie bis zur Textgestaltung und natürlich zum Unterricht bei amwort. Gerne wandere ich dazwischen und geniesse unseren neuen Garten.

In welchen Ländern arbeitest Du?
Regelmässig neben der Schweiz in England, Finnland, Israel und etwas in Deutschland. Einladungen erfolgten auch nach USA, Polen, Georgien.

Wie ist die Zukunft der Höheren Fachprüfung Kunsttherapie?
Sie wird sich zum Standard für die Anerkennung des Berufs Kunsttherapeutin/Kunsttherapeut mit Fachrichtungen (bei mir Drama- und Sprachtherapie) in der Schweiz entwickeln. Für andere Länder besteht die Anerkennungsmöglichkeit über den zukünftigen Diplomzusatz. 
Ich bin glücklich, dass die Therapeutische Sprachgestaltung als Methode von Anfang an beim Projekt dabei war. Heute gilt es, im intermethodalen Dialog das Profil der Fachrichtung zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Anthroposophische Akademie für Therapie und Kunst

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